Die Nominierten 2018

Die Nominierten des Kulturförderpreises NRW 2018

Die Nominierten des Kulturförderpreises NRW 2018

  1. AllDIEKunst aus Velbert
  2. Artscenico performing arts aus Dortmund
  3. Kleinkunstakademie e.V. Dinslanken
  4. KOM`MA-Theater aus Duisburg
  5. Open Source Festival aus Düsseldorf
  6. Unperfekthaus aus Essen
  7. Oper auf der Halde Haniel aus Bottrop

(1. ALLDIEKunst)

Der Kunsthaus Langenberg e.V. hat sich seit 2012 ein neues Konzept gegeben, in dem er auf rein ehrenamtlicher Basis eine Spielstätte mit 199 Plätzen, zwei Ausstellungsräumen und einem Bistro betreibt.
In einem ehemaligen, im historischen Ortskern von Velbert-Langenberg gelegenen Aldi-Markt werden jährlich über 50 Veranstaltungen ausgerichtet, überregional beworben und von einem breiten Publikum aus der Region besucht.
Die Palette der Angebote geht von wechselnden Kunstausstellungen, über eine Theaterwerkstatt, Kabarett, Kleinkunst, Musikveranstaltungen, Ausstellungen des Kunsthandwerkes , Lesungen bis zu philosophischen Gesprächskreisen. Bekannte Künstler wie z.B Jürgen Becker oder Fritz Eckenga aus der deutschen Kabarett- und Musikszene sind regelmäßig zu Gast. Der Verein hat sich für die Planung und Abwicklung seiner Vorhaben eine straffe Struktur gegeben. Die in dem Kreativteam zu den einzelnen Sparten erarbeiteten Programme und Aktionen werden nach Rücksprache mit dem Vorstand und Kostenfreigabe durch das Organisationsteam vertraglich vorbereitet, von der Mediengruppe über Presse, Funk und neue Medien, aber auch durch Handzettel und Plakatierung beworben. Einmal erschienene Gäste werden in der Regel in den Verteiler des Newsletters aufgenommen.
Aber wie kam es überhaupt dazu?
Um dem 1994 gegründeten Verein „ Kunsthaus Langenberg e.V.“ finanziell auf die Beine zu helfen, entwickelte der Konzeptkünstler und Vereinsmitglied Norbert Bauer ein Benefizprojekt auf Basis der „Grundsteinkiste“; Ein „Triptychon“ aus drei in einer Holzkiste gelagerten Kalksandsteinen.
Norbert Bauer lud Künstlerkollegen/innen dazu ein, diese Kiste für das Kunsthaus zu bearbeiten. Nach einem furiosen Start auf der Art Multiple in Düsseldorf tourte Bauer mehrere Monate durch Hunderte Ateliers und lud Maler, Bildhauer, Fotografen, aber auch Literaten und Komponisten dazu ein, an dem Projekt mitzuwirken.
Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen.
Bereits ein Jahr nach seiner Gründung war der Verein „steinreich“ und präsentierte, eingeladen vom WDR, in der Messehalle der Art Cologne eine Kunstsammlung mit über 400 Exponaten. Darunter Bearbeitungen namhafter Künstler wie Emil Schumacher, Günther Uecker, Markus Lüpertz, Georg Baselitz, Ulrich Erben, Rune Mields, Timm Ulrichs u.v.a., ausgestellt in einer beeindruckender Wand: 28 Meter breit, 3,50 Meter hoch und 6,5 Tonnen schwer.
Die Finanzierung der Kunsthausprojekte wurde dann unter anderem durch den Vertrieb des Ausstellungskatalogs in Form des „Grundsteinkisten Multiples“ erzielt. Dabei handelt es sich um die maßstabsgetreue drucktechnische Umsetzung aller Arbeiten, präsentiert in einer dem Original entsprechenden Holzkiste und aufgelegt in einer Stückzahl von 2000 Exemplaren.
Über den Verkauf dieser Multiples wurden erfolgreiche Ausstellungen wie Tuchfühlung 1 und 2 in Velbert-Langenberg finanziert. Diese Kunstprojekte lockten an die hunderttausend Besucher in die Region und prägten den Status der Senderstadt als Ort der Kunst und Kultur.

(2. Artscenico)

Artscenico

Herr Dennemann ist ein freischaffender Regisseur, Autor und Schauspieler. Besonders hervorzuheben sind seine künstlerischen Leitungstätigkeiten beim gemeinnützigen Verein artscenico e.V., den er im Jahre 1991 mit gründete.
Die Arbeit des im In- und Ausland tätigen Vereins konzentriert sich darauf, die Darstellende Kunst mit anderen Kunstformen zu verbinden und in einen anderen Kontext zu stellen.
Mit ortsspezifischen Inszenierungen, Partizipationsprojekten, Symposien und Workshops, Interventionen im öffentlichen Raum und interdisziplinären Projekten entwickelt artscenico unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen und Formate – im Zusammenspiel von Natur, Architektur und Gesellschaft.
Herr Dennemann realisiert all dies mit wenigen Bordmitteln und findet insbesondere mit den orts-spezifische Inszenierungen u.a. auf und in ehemaligen Industrieanlagen, Zechen, Kokereien, historischen Altstädten, Friedhöfen, Parkanlagen und sakralen Räumen, regionale, nationale und internationale Beachtung.
So begleitet Herr Dennemann seit vielen Jahren den Strukturwandel in Dortmund und in der Region Ruhrgebiet, aber auch im europäischen Ausland, wie z.B. in Liverpool. Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern sind keine Seltenheit. Der Verein artscenico ist in vielen Netzwerken national und international aktiv.
Aufgrund der Qualität seiner langjährigen Aktivitäten wird Herr Dennemann gerne auch als Konzept-Entwickler von out-door Projekten (z.B. für die EXPO2000 in Hannover), oder als Berater (z.B. 2001 – 2003 im Rahmen der RuhrTriennale für Entwicklungen im Off-Theater) engagiert.
Mit der Leitung des Tanz- und Theaterfestivals „Off-Limits“ sowie des ältesten OFF-Festivals Deutschlands „Theaterzwang“ hat Rolf Dennemann die kulturelle Strahlkraft und Vielfalt der Theaterlandschaft eindrucksvoll präsentiert.

Um all diese Fakten noch einmal zusammen zu fassen kann man also sagen, dass artscenico e.V. ein 1991 gegründetes Label ohne festes Haus mit Sitz in Dortmund ist, das sich auf die Durchführung und Organisation überwiegend ortsspezifischer, interdisziplinärer Projekte mit oft internationaler Beteiligung spezialisiert. Regelmäßigen werden unter der künstlerischen Leitung von Rolf Dennemann zudem Tanz- und Theater-Inszenierungen auf Bühnen realisiert.
Von der Platform „Kultur-Öffnet Welten“ wurden die Ziele von Artscenico so formuliert:
„Ziel ist, Publikum und Initiativen zu aktiver Teilnahme aufzufordern,auf subtile, unaufdringliche Art. Man fühlt sich auf- und mitgenommen, geht mit unvergesslichen Erlebnissen in den Alltag zurück. Was diese Art der Partizipation in offenen Formaten betrifft, gehört artscenico zu den Pionieren.“

(3. Kleinkunstakademie)

Kleinkunstakademie

Im Projektbereich engagiert sich der Verein mit theaterpädagogischen Angeboten für Migranten, Geflüchteten, Behinderten und Kindern. In kompletter Eigenregie werden außergewöhnliche Theaterproduktionen initiiert, erarbeitet und auf die Bühne gestellt. Im Veranstaltungsbereich managt der Verein das Theater Halbe Treppe mit rund sechzig Veranstaltungen im Jahr.
Die Eintrittsgelder der Veranstaltungen gehen zu 100 % an die auftretenden Künstlerinnen und Künstler.
Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchstalente zu fördern und der Amateurszene eine Bühne zu geben. Darüber hinaus engagiert sich der Verein in den lokalen Netzwerken und ist für andere Vereine und Verbände im Stadtteil Lohberg ein wichtiger Kooperationspartner geworden.
Das gesamte Kulturmanagement von der Projektplanung, Durchführung, und Abrechnung, über Veranstaltungsorganisation, Marketing, Pressearbeit und Bewirtung wird mit einer hohen Professionalität und rein ehrenamtlich geleistet.
Der Verein finanziert seine Arbeit ausschließlich durch öffentliche Projektgelder, Spenden und Sponsoring.
Die Stadtpolitik unterstützt diese wertvolle Arbeit, in dem Sie nahezu kostenfreie Räume zur Verfügung stellt.

Heute hat der Verein zwei Abteilungen: Neben dem theaterpädagogischem Schwerpunkt „Projekte, Ensembles & Seminare“ ist der Veranstaltungsbetrieb im „Theater Halbe Treppe“ sind, wie oben schon erwähnt, mit großem Erfolg mit zur tragenden Säule geworden.
Unter dem Motto „Wir bewegen und gestalten – gemeinsam sind wir Dinslaken“ wirkt der Verein auch bei Kulturevents in Dinslaken und Netzwerkaktionen im Stadtteil Lohberg mit. So ist er beim „Frühlingsfest“ und beim „Bergparkfest“ aktiv beteiligt. Darüber hinaus ist der Verein bei den DIN-Tagen mit Programm und Infostand präsent.
Mit der Veranstaltungsreihe „FrauKE – Frauen Kultur Erleben“, den „Frauentanztagen“ und der Aktion „One Billion Rising“ setzt der Verein in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Dinslaken bewusst öffentliche Akzente in der frauenpolitischen Kulturarbeit.

Mit den Ensembles „DIE KALAUER“ und „Die Traumwerkstatt“ hat der Verein zwei aktive Ensembles, die jährlich ein eigenes Programm auf die Bühne bringen. Darüber hinaus probt der KuKaKor unter der Leitung von Martina Aschenbach in unseren Räumen.
Die künstlerische Netzwerkarbeit führte bereits zweimal zu einer großen gemeinsamen Show im Ledigenheim. Unter dem Titel „Sahneschnittchen“ traten Dinslakener Künstlerinnen und Künstler gemeinsam auf.

(4. KOM`MA Theater)

KOM`MA Theater

Seit seiner Gründung 1976 hat sich das KOM´MA-Theater, bis Sommer 2013 als ReibeKuchenTheater bekannt, sich zum nicht mehr weg zu denkenden Bestandteil der Duisburger Kulturlandschaft entwickelt.
Es ist das älteste Freie Kinder- und Jugendtheater des Landes und einer der verlässlichsten Partner des ebenfalls 1976 gegründeten städtischen Kinderkulturprogrammes „Der Spielkorb“ 1994 begann mit der Eröffnung des KOM´Ma – Theaterhauses als Pilotprojekt die bundesweite erste Kooperation einer Freien Theatergruppe und einer Stadt.
Die Stadt Duisburg hat dem Ensemble ein spielbereites Haus überlassen, und seitdem bestellen die Künstler äußerst kompetent und voller Engagement kontinuierlich den Spielplan im KOM´MA. Es gibt Vormittagsvorstellungen für Kindertageseinrichtungen und Schulklassen, Familientheater, Jugendtheatervorstellungen – im KOM´MA aber auch mobil vor Ort in den Einrichtungen. Mit Benefizveranstaltungen, Musik- und Theaterworkshops mit Flüchtlingen setzen sie ein Zeichen für ein soziales Miteinander.

Von der Stadt Duisburg hat das KOM´MA die künstlerische Leitung und Durchführung des Niederländisch-Deutschen Theaterfestivals KAAS & KAPPES übertragen bekommen. Das Festival findet jährlich seit 1999 mit der Vergabe des renommierten Niederländisch-Deutschen Autorenpreises statt. Das Festival nutzt die Grenznähe zu den Niederlanden zu einem fruchtbaren Austausch und lädt beachtenswerte Gastspiele ein. An dem Autorenwettbewerb nehmen Autoren aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Östereich und der Schweiz teil.
In der zweisprachig besetzen Auswahljury ist immer ein KOM´MA-Mitglied vertreten. Das Festival wir vom gesamten Ensemble inhaltlich kompetent getragen und organisatorisch und atmosphärisch souverän umgesetzt. Außerdem übernimmt das Ensemble ebenfalls seit 1999 in Kooperation mit dem „Spielkorb“ jährlich die Veranstaltungsorganisation der Duisburger SPIELARTEN – das städteübergreifende NRW Kinder – und Jugendtheaterfestival
Ebenfalls betreut es die von der Stadt Duisburg ins KOM`MA –Theaterhaus eingeladenen nationalen und internationalen Gastspielgruppen.
Das zehnköpfige Ensemble betreibt KOM`MA als Kollektiv – alles in Eigenregie mit überaus großem Einsatz – und alles ohne eine einzige feste Stelle.
Neben dem Betreiben des Theaterhauses tourt das Ensemble nach wie vor durch die ganze Bundesrepublik.
Bis Ende 2018 hat das Ensemble mit fast 9.000 Vorstellungen ungefähr 900.000 Zuschauer begeistert.
Es zeigt seinem Publikum eindrucksvoll, was Theater vermag: die Wirklichkeit kunstvoll verzaubern, Menschen zum Lachen, Weinen, Fragen, Denken und Staunen bewegen und Gegensätze ohne erhobenen Zeigefinger vereinen...

(5. Open Source Festival)

Open Source Festival

Philipp Maiburg, der selbst als Musiker in der Band „Phoneheads“ erfolgreich aktiv war und ein eigenes Label betrieb, hat als künstlerischer Leiter des Open Source Festivals in den letzten Jahren wichtige Impulse für die freie Musik- und Kulturszene Düsseldorfs gesetzt.
Das „Open Source Festival“ hat mit der Galopprennbahn einen wunderschönen Ort gefunden und kann von Jahr zu Jahr mehr Zuschauer gewinnen. In 2017 waren es schon 7.000 Besucher.
Dabei ist für Maiburg von Anfang wichtig gewesen, dass auf dem Festival Nachwuchsbands aus Düsseldorf und NRW Auftrittsmöglichkeiten erhalten und dass auch junge Künstlerinnen und Künstler aus der bildenden Kunst Räume gestalten können. Hinzukommt, dass sich bei den „Open Squares“ des Festival kreative Kleinstunternehmen und Kollektive vorstellen können.
Das Open Source Festival, das das erste, größere Musikfestival dieser Art in Düsseldorf ist, ist damit einer der engagiertesten und am besten vernetzten Akteure der freien Szene Düsseldorfs. Dass in den letzten Jahren weitere, mitunter größere Musikfestivals in Düsseldorf hinzugekommen sind, ist vornehmlich der Vorreiterrolle des Open Source Festivals zu verdanken.
Die Nachhaltigkeit des Open Source Festivals wird gerade bei dem aktuell häufig diskutieren Thema „Zwischennutzung“ deutlich:
Hier konnte Maiburg die bisher spannendsten und größten Projekte – in Zusammenarbeit mit der Stadt sowie anderen gesellschaftlichen Akteuren – auf den Weg bringen.
So gelang es Maiburg 2015 das ehemalige „KlingKlang“ Studio der weltberühmten Düsseldorfer Band „Kraftwerk“ für diverse Konzerte, aber auch als Projektraum für zeitgenössische Künstlerinnen/Künstler und Projektgruppen, zur Verfügung zu stellen.
Erwähnt werden sollte an dieser Stelle ebenfalls, dass sich Philipp Maiburg auch ehrenamtlich, z.B. als Mitglied im Beirat Musik (einem Untergremium des Kulturausschusses) und in der Jury der Düsseldorfer Bandförderung, einbringt, um den Düsseldorfer Nachwuchs zu unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Philipp Maiburg als Veranstalter einer der wichtigsten Impulsgeber Düsseldorfs ist. Seine Projekte sind überwiegend genreübergreifend angelegt und zielen immer auch auf die Förderung des Nachwuchses ab. Dabei gelingt es ihm, diesen Nachwuchs mit bereits etablierten und bekannten Akteuren zusammen zu bringen.
Das Open Source Festival hat damit bereits eine Stahlkraft entwickelt, die weit über die Stadtgrenzen Düsseldorfs hinausgeht.
Philipp Maiburg setzt sich dabei in absolut außergewöhnlicher Weise auch persönlich ein. Dies wird beispielsweise dadurch deutlich, dass das unternehmerische Risiko des Open Source Festivals (einer Open Air Veranstaltung) in den ersten Jahren noch gänzlich bei den Veranstaltern persönlich lag und sie nach dem Orkan „Ela“ vor erheblichen Problemen standen.
Dass die Kulturpolitik in dieser Ausnahmesituation bereit war, durch einen Sonderzuschuss dem Festival zu helfen, verdeutlicht, welches hohe Ansehen das Festival, aber eben auch sein künstlerischer Leiter, in der Stadt genießt.

(6. Unperfekthaus)

Unperfekthaus

Das Essener Unperfekthaus ist ein 5000qm großes ehemaliges Kloster mitten in der Innenstadt von Essen, das von Reinhard Wiesemann als Privatperson erworben und zusammen mit 25 festangestellten Mitarbeitern zum Arbeits- und Marktplatz für über 1500 kreative Zeitgenossen aus mehr als 30 Ländern gemacht wurde.
Konzept ist, Menschen, die aus eigenem Antrieb Projekte verfolgen, möglichst viele Ressourcen möglichst kostenlos zur Verfügung zu stellen, sofern sie Interesse daran haben, kreativem Tun öffentlich nachzugehen.
Es finanziert sich über Besucher, die Eintritt zahlen, Firmen, die Seminare veranstalten, aber auch Brainstormings, Betriebsfeiern, Konferenzen und Privatleute, die im Haus feiern. Immer, weil so viele kreative Projekte im Haus zu entdecken sind.
Das Bekanntmachen der Projekte ist Geschäftskonzept und das, was alle im Haus wollen. Jede und Jeder will Werke verkaufen, engagiert werden,... und selbst wer „nur“ einem nachgeht, freut sich über Rückmeldungen von Fremden, Tipps, Interessenten für seine Communities usw.
Ziel ist, für jede Art von Tun einen Raum anzubieten, in dem man sich gleichzeitig Besuchern präsentieren kann. So gibt's Werkstätten, Proberäume, Bühnenraum, Kleinkunstraum, diverse Gruppenräume (alle mit Großbildschirmen für die Treffen von Communities aller Art), Fotostudio, Internet-TV-Studio, Ateliers, Physikraum, Kinderkulturwerkstatt.
Im Moment sind rund 1700 Projekte angemeldet manche sind täglich vor Ort vertreten, viele in größeren Abständen, und sicher gibt es auch einige Karteileichen.
Denn Kreativen wird zum Beispiel auch eine Webseite erstellt, dadurch sind sie sehr gut bei Google platziert, und viele bleiben angemeldet, aber sind nur selten da, weil sie diese Findbarkeit bei Google nicht verlieren wollen.
Das Unperfekthaus zählt zu den Top-10 der Merian-Sehenswürdigkeiten, hat über 100.000 Besucher pro Jahr, rund 25.000 Fans auf Facebook und bewirbt Projekte, der im Haus tätigen Kreativen, intensiv.
Nicht nur auf Facebook, sondern auch in Radiospots, es werden die Kosten für Flyer übernommen, die Kreative gestalten, Pressearbeit gemacht usw.
Durch das luxuriös angeschlossene Unperfekthotel ziehen auch zahlungskräftige Geschäftsleute ins Haus, die – wenn sie einmal da sind – gar nicht anders können, als durchs Haus zu laufen und die unzähligen Projekte zu entdecken. Geschäftsleute und Künstler/Startups ergänzen sich ganz hervorragend, können sich helfen, sie müssen sich nur begegnen und raus aus ihren sonst so säuberlich getrennten Welten.
Das Unperfekthaus hat 2007 den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. gewonnen und viele weitere Auszeichnungen. Das ganze Haus ist auch eine Marketingmaßnahme für Kreative und Startups, und es ist ein riesiges Netzwerk in unserer Region.

(7. Dieter Wollek – Opern auf der Halde Haniel)

Opern auf der Halde Haniel

Die Bergarena auf der Halde Haniel in Bottrop ist seit 1999 Schauplatz von Theater- und Musicalaufführungen, die vom Kulturamt Bottrop im Rahmen des jährlichen Kulturangebotes organisiert werden. Während der Local-Heroes-Woche im Rahmen von “Ruhr.2010“ plante und realisierte Kulturamtsleiter Dieter Wollek eine Neuinszenierung der Verdi-Oper Aida.
Ziel von Wollek war eine Opernproduktion in einer Stadt ohne Opernhaus und entsprechender Infrastruktur mit möglichst vielen musikalischen Kräften aus der Stadt und dem Ruhrgebiet.
Ein großes Problem war die Finanzierung dieses Großprojektes. Da der städtische Kulturhaushalt ein Projekt dieser Größenordnung niemals allein hätte finanzieren können, ist es Wollek gelungen, Sponsoren für dieses Großprojekt zu gewinnen. Weiterhin holte er den Bergbau mit ins Boot, um wesentliche Teile der organisatorischen und logistischen Arbeit abzusichern.
Aufgrund der internationalen Werbung waren die Eintrittskarten für sämtliche Aida-Aufführungen bereits Monate vor der Premiere ausverkauft.
Wollek wurde nach den Aida-Aufführungen immer wieder gefragt, welches Opernprojekt er jetzt auf der Halde Haniel realisieren möchte.
Er sagte immer wieder, dass eine Operninszenierung dieser Größenordnung nur durch die unterstützende Hilfe von Sponsoren, dem Bergbau und den vielen ehrenamtlichen Helfern möglich ist.
Nach intensiver planerischer Vorarbeit ist es Wollek gelungen, sowohl Sponsoren, den Bergbau, Musiker, Sänger, Statisten und helfende Unterstützer zu finden um Wagners „Fliegenden Holländer“ im Jahre 2016 zu realisieren.
Diese zweite Opernproduktion unter der Regie von Thomas Grandoch konnte nur durch den engagierten Einsatz von allen Beteiligten so erfolgreich durchgeführt werden. Insgesamt 363 Menschen - viele davon ehrenamtlich - waren vor und hinter der Bühne an der Inszenierung beteiligt.
In der Vorbereitungsphase organisierte Herr Wollek eine aufwändige Kostüm- und Requisitenwerkstatt in einem leerstehenden, städtischen Haus. Die Proben wurden im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, in verschiedenen Bottroper Schulaulen, sowie im Kulturzentrum Augst-Everding organisiert.
Auf der Halde Haniel selbst gibt es eine Open-Air Spielfläche, allerdings ohne jegliche weitere Struktur für eine Veranstaltung. Strom, Wasser, Toiletten, Catering, Aufenthaltsmöglichkeiten für die Künstler/-innen, Umkleide, Maske, Duschen, Bühne; Technik wurden entsprechend aufgebaut.
Dazu kam die aufwändige Kulisse, die aus über 50 Seecontainern gebaut wurde– vorher wurden andere Möglichkeiten ausgelotet, aber aus verschiedenen Gründen wieder verworfen.
Aufgrund von Werbemaßnahmen konnten zu den ebenfalls vollständig ausverkauften „Holländer-Aufführungen“ neben begeisterten Besuchern aus dem Ruhrgebiet Wagner-Fans aus Belgien, Holland, Österreich und der Schweiz begrüßt werden.

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